
Steam hat ohne große Ankündigung seine Regeln für KI-Nutzung für die Entwickler geändert. Von nun an bekommen alle Spiele das KI-Label, wenn sie ganze Assets oder Inhalte mit generativer KI erstellt haben. Wurden jedoch KI-Tools für eine effizientere Entwicklung, zum Beispiel beim Coding, benutzt, wird das Label auf der Steam-Seite nicht angezeigt. Damit zeigt das Unternehmen deutlich, wo es das Problem bei der Nutzung von KI-Tools sieht.
Sind Kennzeichnungen sinnlos?
Die Debatte um KI in der Videospielentwicklung ist auch im neuen Jahr schon wieder ein heißes Thema. Erst letzte Woche hat Larian Studios bekannt gegeben, keine generative KI in Divinity nutzen zu wollen. In Zukunft will das Studio dennoch bestimmte Tools verwenden, um die eigene Effizienz zu erhöhen. Zuvor hatte Larian im Dezember noch generative KI nutzen wollen, bevor ein gewaltiger Shitstorm das Studio traf.
Der Publisher Hooded Horse, der sich vor allem auf Strategiespiele fokussiert, hatte kurz darauf mitgeteilt, dass unter ihrem Label keine Spiele mehr veröffentlicht werden, bei denen irgendwelche KI-Tools zum Einsatz kamen. Demgegenüber stehen Aussagen von Epic-Chef Tim Sweeney, der meint, dass KI-Kennzeichnungen in Game-Stores eh “sinnlos” seien.
Steam hat da jetzt einen spannenden Mittelweg gewählt, wie ein LinkedIn-Post zeigt. Simon Carless von GameDiscoverCo hat eine interessante Änderung in den Steam-Richtlinien zur Markierung von KI entdeckt. Bevor ein Spiel auf Steam veröffentlicht werden kann, müssen Entwickler einige Angaben machen, unter anderem auch, ob während der Entwicklung KI-Tools zum Einsatz kamen. Falls das passiert ist, werden die Spiele im Store als “Mit KI entwickelt” markiert.
Der Mittelweg
Dabei hat Steam jetzt den Rahmen angepasst, denn Spiele, bei denen KI-Tools für eine schnellere Entwicklung und mehr Effizienz eingesetzt wurden, werden im Store nicht mehr mit diesem Label angezeigt. Das könnte zum Beispiel Coding oder generell Büroarbeit umfassen. Auch online hatte ich bereits Diskussionen gesehen, ob ein Spiel das KI-Label erhält, wenn ein Programm wie Photoshop auf ein KI-Tool zurückgreift. Dabei kann es durchaus schwer sein, diese zu umgehen, gerade weil zum Beispiel Microsoft in nahezu jedes seiner Programme KI hineinpresst.
Dagegen bekommen Spiele bei Steam jetzt nur noch das KI-Label, wenn ganze Assets, Musik oder andere Inhalte mit generativer KI erstellt wurden. Damit geht Steam einen spannenden Mittelweg, denn auf der einen Seite wird KI-generierte Kunst deutlich markiert. Andererseits können Entwickler bestimmte Tools immer noch als Unterstützung einsetzen.
Auch für uns Spieler könnte somit das Label deutlicher sein. Wir wissen jetzt besser, wo KI kreativ ersetzt und wo sie nur unterstützt. Wie steht ihr zu dieser Neuerung? Begrüßt ihr die Änderung oder wünscht ihr euch, dass jede Form von KI-Nutzung gekennzeichnet wird?
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