
Naughty-Dog-Gründer Jason Rubin hat über den Abschied des Studios von der Crash-Bandicoot-Reihe und Universal Interactive gesprochen – und die damalige Geschäftsbeziehung als „katastrophal“ bezeichnet.
Im Gespräch mit Chris Dring bei The Game Business Live verriet Rubin, ob es ihm schwerfiel, sich von der von ihm mitbegründeten Marke zu trennen. Seine Antwort: „Es war extrem hart, Crash Lebewohl zu sagen […] Die Beziehung zu Universal war einfach katastrophal.“
„Um euch mal eine Vorstellung zu geben: Einer der Mitarbeiter [bei Universal] hängte eine Zielscheibe an die Wand, auf die er zuvor mit echter Munition geschossen hatte. Wegen irgendeiner Kleinigkeit meinte er zu Andy [Gavin]: ‚Dein Partner sollte sich das mal ansehen, ich bin kein schlechter Schütze.‘ Es war absolut unterirdisch.“
Unzumutbare Arbeitsbedingungen und Serverprobleme
„Sie ließen uns in einem Gebäude arbeiten, das laut Andy extrem nach sterilem Großkonzern aussah – er vergaß allerdings zu erwähnen, dass die meisten unserer Schreibtische auf dem Flur standen. Nachts staute sich die Hitze im 30. Stock dieses Gebäudes bei Universal Studios extrem an.“
„Um 18 Uhr schalteten sie die Klimaanlage ab – aber unsere Arbeitszeit bei Crash Bandicoot ging bis 4 Uhr morgens. An einem Sommertag herrschten um 4 Uhr morgens im 34. Stock also über 38 Grad im Gebäude. Ich übertreibe nicht. Das ist Fakt, denn unsere Server machten bei rund 40 Grad einfach dicht. Sie erlaubten uns nicht, eigene Klimageräte mitzubringen, machten die Anlage aber auch nicht selbst an. Also mussten wir Eis und Ventilatoren ranschleppen, um die Entwicklung von Crash Team Racing am Laufen zu halten.“
Rubin fährt fort: „Ich möchte betonen, dass sie mir in den ersten Wochen weit über 100 Millionen Dollar gezahlt haben – und trotzdem sind sie so mit uns umgesprungen. Wenn wir also von einer schlechten Beziehung reden: Dieses Verhältnis war eine Katastrophe. Der eigentliche Grund war schlichtweg, dass sie merkten, dass sie außer den Markenrechten absolut nichts beizusteuern hatten.“
Die Rettung durch Sony und ein ernüchternder Rückblick
„Um das klarzustellen: Mark Cerny gehörte damals nicht zu Universal. Für mich war er ohnehin immer das inoffizielle zusätzliche Naughty-Dog-Mitglied, ihn klammere ich da völlig aus. Abgesehen davon hatten wir keinerlei Mehrwert durch sie, und sie waren da auch ganz ehrlich zu uns. Währenddessen wurden unsere Büros gebaut. Wir haben also nichts Ungebührliches von ihnen verlangt: Sie hatten laut Vertrag schlicht die Pflicht, uns Räumlichkeiten bereitzustellen. Aber ihnen wurde klar, dass sie uns einfach in den 34. Stock abschieben und diese Spielchen mit uns treiben konnten.“
„Darüber könnte man echt einen Film drehen. Es war eine verrückte Zeit. Der Abschied von Universal fiel uns absolut nicht schwer. Aber dass [Crash Team Racing] überhaupt zustande kam, lag nur daran, dass Sony die Initiative ergriff und das Richtige für alle Beteiligten tat. Das war eine einmalige Sache.“
Danach erzählt Rubin von einem neuerlichen Ausflug mit seiner Tochter zum Citywalk der Universal Studios. Beim Stöbern in Comic-Läden voller Sonic the Hedgehog-Merch und im Nintendo Store fiel ihm schmerzlich auf, wie traurig es ist, dass Crash Bandicoot dort komplett fehlt. Dabei hätte die Sache ganz anders aussehen können, wenn das Arbeitsklima damals besser gewesen wäre.
Verpasstes Potenzial für Universal und Rubins weiterer Werdegang
„Ich habe Crash zusammen mit Andy und Mark keine 500 Meter von [den Universal Studios] entfernt erschaffen. Und heute leihen sie sich diese anderen Marken aus, obwohl Crash fünf Jahre lang erfolgreicher war als beide zusammen. Das ist für mich völlig verrückt. Hätte die Zusammenarbeit besser funktioniert, gäbe es heute vielleicht ein Crash-Fahrgeschäft bei Universal.“
Nach der Ära von Crash Bandicoot übernahm Rubin 2012 die Leitung von THQ Games und wechselte 2014 als Chef zu Oculus VR. Nach der Umbenennung von Facebook in Meta agierte Rubin dort als VP of Metaverse Content, bevor er das Unternehmen Anfang 2026 verließ.
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