
Sony hat Anfang Juli bekanntgegeben, dass ab 2028 keine physischen Spiele mehr für die PlayStation produziert werden. Von da an wird es nur noch digitale Spiele auf der PlayStation geben und das kam überraschenderweise bei Spielern nicht gut an. Nun hat sich auch Dan Houser, Mitbegründer von Rockstar, zum Thema geäußert. Obwohl er selbst kein großer Verfechter physischer Spiele ist, findet er es doch wichtig, die Wahl zu haben.
Wer sind Dan Houser und Lazlow Jones?
Dan Houser ist Mitbegründer von Rockstar Games und war als Autor und Produzent maßgeblich an weltweiten Erfolgen wie Grand Theft Auto und Red Dead Redemption beteiligt. Lazlow Jones arbeitete über 20 Jahre lang eng mit ihm bei Rockstar zusammen, wo er als Autor, Produzent und Radiomoderator (in den GTA-Spielen) Kultstatus erlangte. Beide verließen das Studio im Jahr 2020 und arbeiten nun gemeinsam an neuen Projekten in Housers Medienunternehmen Absurd Ventures.
Der Wert der Wahlfreiheit und die Vorteile digitaler Updates
Dan Houser verließ Rockstar Anfang 2020, nachdem er unter anderem an Grand Theft Auto 3-5 und Red Dead Redemption 1 und 2 mitwirkte. Danach gründete er eine neue Firma namens Absurd Ventures, über die er auch während eines Panels auf der San Diego Comic-Con sprach. Im Anschluss wurde er auch in einem Interview mit IGN nach seiner Meinung zum Disc-Aus von Sony gefragt.
“Ich weiß nicht, ob mir das wichtig ist, aber wenn die Leute das wollen, sollten die Unternehmen es meiner Meinung nach anbieten”, erklärt Houser. “Aber ich weiß nicht, ob es mir persönlich wichtig ist. Und ich denke auch, dass die Möglichkeit, Spiele zu aktualisieren – so kritisch die Leute digitale Veröffentlichungen auch sehen mögen –, also die Möglichkeit, Probleme in Spielen zu beheben, für die Qualität der Spiele wirklich nützlich war.”
Sein Kollege Lazlow Jones, welcher ebenfalls von Rockstar zu Absurd Ventures wechselte, ergänzt, dass er sowohl die Vorteile von physischen als auch digitalen Produkten schätzt. “Ich meine, wir kennen doch alle dieses Gefühl, wenn man das Spiel bekommt und die Disc in die Konsole einlegt”, fährt er fort. “Aber ich muss auch sagen, dass ich es wirklich genieße, am Flughafen zu stehen und zu denken: „Oh cool, ich kann mir für diesen 12-stündigen Flug ein paar schnelle Spiele auf mein Steam Deck herunterladen.”
Die Liebe zu physischen Medien und die branchenweite Kritik
“Das war das Interessante daran”, erklärte Jones mit Blick auf Absurd Ventures. “Wir haben viele Jahre lang gemeinsam im digitalen Bereich gearbeitet, und die Umsetzung eines Comics als physisches Produkt ist ein ganz anderer kreativer Prozess, aber es ist auch einfach sehr erfüllend, etwas Greifbares in der Hand zu halten, sodass man sagen kann: ‘Schau mal, wir haben etwas geschaffen.’”
“Ich liebe physische Medien”, fügte Houser in Bezug auf die neueste Ausgabe von American Caper, dem Comicbuch von Absurd Ventures, hinzu. “Ich glaube, das geht jedem so.”
Dass diese Liebe sich nicht nur auf Comics, Bücher oder Filme beschränkt, zeigt sich auch in der Reaktion der Fans und aus der Branche. Neben massenweise Kommentaren unter Social Media-Posts und Trailern von Spielern, haben auch Sega-Chef Shuji Utsumi und Disgaea-Schöpfer Sohei Niikawa diesen Schritt von Sony stark kritisiert. In Mexiko wird derzeit sogar eine Kartellklage gegen das japanische Unternehmen vorbereitet, da es auf der PlayStation keine Alternative zum PS-Store gibt, wodurch die Macht ausschließlich bei Sony läge und keine Konkurrenz zugelassen wird.
Auch Sony selbst wusste wohl, dass diese Ankündigung überaus kontrovers sein wird und verhängt besonders scharfe Social Media-Richtlinien für Entwickler und Angestellte. Dabei zeigt auch das Interview mit Dan Houser und Lazlow Jones, dass man nicht mal unbedingt selbst großer Fan physischer Spiele sein muss, um deren Wert zu sehen. Am Ende des Tages geht es nicht nur um das Gefühl, etwas in der Hand zu halten, sondern auch um den Erhalt und den Schutz von Verbraucherrechten.
Trending Products
